Wochenende

Wenn Du Dich so richtig auf Freitag freust, dass es sich anfühlt, als lebtest Du fürs Wochenende, dann kann es sein, dass Deine Arbeit Dich mehr kostet, als sie Dir gibt.

Sicher, sie gibt Dir das Geld, mit dem Du Deine Einkäufe und Deine Kosten begleichst, aber bezahlst Du mit Deiner Gesundheit und Lebensfreude drauf?

Stärkt und nährt Dich Deine Arbeit mental und körperlich, oder laugt sie Deinen Mut, Deine Freude, Deine körperliche und geistige Gesundheit aus? Die meisten von uns werden wahrscheinlich „sowohl als auch“ antworten.

Die fundamentale Bedeutung von Zufriedenheit im Job zeigt sich nicht nur darin, dass die meisten Menschen fünf Arbeitstage und zwei freie Tage haben, sondern auch darin, dass es mehr und mehr berufsbedingte gesundheitliche physische und psychische Risiken und Erkrankungen gibt.

Solchen Krankheiten und ernsten Störungen gehen meist viele Jahre der Unzufriedenheit, des Stresses, der Selbstbeschwichtigung und Verleugnung voraus. Wir opfern unsere Integrität und unsere Authentizität zugunsten einer trügerischen „Absicherung“ – einen festen und guten Job zu haben – obwohl unser Körper oder unsere Seele eine andere Sprache sprechen.

Passt unser Beruf, unsere Stelle zu unseren persönlichen Stärken, unseren Kerncharakteristika, dann fühlt sich arbeiten zwar auch manchmal stressig und schwierig an, aber wir werden davon nicht krank, depressiv, süchtig oder dauerhaft von Stress und Schmerz geplagt.

Ich erlebe dieses Phänomen in meiner Praxis täglich: Menschen, die sich die Zähne, die Kaumuskeln, die Kiefergelenke kaputt knirschen, begründen das mit „beruflichem Stress“ – und verbleiben Jahre oder Jahrzehnte in genau diesem toxischen Job.

All diese Erscheinungen sind eher Symptome, und nicht die zugrunde liegende Problematik. Die Erkrankungen sind dringende Hinweise, uns und unsere Berufswahl zu hinterfragen.

In einem Beruf zu verweilen, der Dich unglücklich und krank macht, und der Dich an fünf von sieben Tagen davon abhält, etwas zu tun, was Dich stärkt, beflügelt und gesund macht ist schon eine fortgeschrittene Stufe der Selbstsabotage. Damit verhinderst und verunmöglichst Du Dein eigenes Glück, Deine Selbstentfaltung, Dein Blühen und Gedeihen. Du sitzt dem trügerischen Schein der kleinen Stabilität und Sicherheit auf und betreibst mittel- und langfristig ein Dich selbst vernichtendes Gewerbe.

Der Begriff Work-Life-Balance ist ein Witz. Als gäbe es zwei Leben! Es gibt nur das eine einzige Leben – das eine mit begrenzter Lebenszeit.

  1. Super, danke! Es lohnt sich, das sich und seinen Kollegen immer wieder in Erinnerung zu rufen. Wir arbeiten hier nicht nur – wir leben hier.

    Allein schon der erste Absatz wäre ein wertvoller Beitrag gewesen. Aber es ist großzügig, dass Du Dir die Mühe machst, es noch weiter auszuführen.

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