Vergleich

Wir alle kommen aus unterschiedlichen Familien, zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten und haben eine unterschiedliche Historie.
Selbst die Nachkommen gleicher Eltern haben eine unterschiedliche Geschichte, dadurch, dass sie erstes, zweites oder x.tes Kind sind, und dadurch dass äußeren Umstände sich selbst innerhalb eines oder mehreren Jahren verändert haben.

Insofern ist ein Vergleich unter Geschwistern und Verwandten nicht nur nicht sinnvoll, sondern sogar abträglich, demotiverend und belastend.

Wenn man sich vergleichen möchte, dann doch eher mit sich selbst, wie man sich seit gestern, dem letzten Jahr oder im letzten Jahrzehnt entwickelt hat.

So können wir den eigenen Prozess bestaunen oder beweinen und es bleibt immerzu spannend!

 

 

 

 

5 Antworten auf “Vergleich”

  1. Ich glaube, dass wir uns nicht vor dem Vergleichen schützen können und sollen. Es gehört zu unserer Entwicklung, ein erwachsener, eigenständiger Mensch zu sein, der einzigartig ist, auch wenn es Ähnlichkeiten gibt zu anderen Menschen. Die Frage ist m. Mng nach vielmehr, wie wir den Vergleich bewerten. Und wie andere die Unterschiede bewerten bzw. wie wir darauf reagieren. Meine Tochter kann sehr gut Töne erkennen und gut singen. Das kann ich nicht so gut, ihr Bruder auch nicht. Er kann anderes besser. Das ist auch ok. Beide sind trotzdem in ihrer Einzigartigkeit wertvoll und liebenswert. Keiner ist besser oder schlechter. Das klingt zwar leicht, es zu verinnerlichen ist aber gar nicht einfach. Manchen gelingt es nie. Danke für deinen Beitrag und den Impuls.

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    1. Vielen Dank, volkmarsgedankensalat!
      Fürs Lesen, Liken und Kommentieren.

      Gerade als Kind kapiert man nicht unbedingt, wie demotivierend es ist, wenn die Erwachsenen einen mit Geschwistern, Cousinen oder Gleichaltrigen vergleichen. „Nimm Dir mal ein Beispiel an xy“ oder „xy ist so sportlich“, „xy ist so talentiert“, „xy ist so fleißig“ usw.
      Eigentlich sollten Eltern und Erwachsene die junge Generation inspirieren und motivieren, die eigenen Talente und Stärken zu erkennen, und sich nicht an den Talenten anderer die Zähne auszubeißen. Vor allem – wem nützt das Vergleichen mit Anderen? Doch nicht mal den Erwachsenen, die über die Kinder urteilen und ihnen damit einen unbeschwerten Zugang zu den verschiedenen Übungsfeldern vergällen.
      Wenn diese Kinder dann erwachsen sind, fallen ihnen irgendwann Dinge ein, wie „meine Eltern haben meine Talente nicht erkant oder gefördert“, „meine Tante hat mich bloßgestellt“, „mein Lehrer hat mich beschämt“, „meine Mitschüler haben mich gemobbt“.

      In den Coachings höre ich sehr häufig, dass Menschen durch Vergleiche mit anderen in der Kindheit bis ins Erwachsenenalter traumatisiert werden und danach kein Selbstvertrauen und Selbstliebe entwickeln konnten. Kinder können durch bescheuerte Vergleiche und Urteile bis ins Mark getroffen und verwundet werden.
      Wenn Erwachsene Kinder kritisieren oder schlechter beurteilen, hören die Kinder nicht auf, die Erwachsenen zu lieben und ihnen nachzustreben, sondern sie fangen an, sich selbst zu misstrauen und sich selbst zu hassen.

      Selbsthass und mangelndes Selbstvertrauen ist eines der flächendeckendsten zerstörerischen Phänomene unserer Zeit. Plastische, kosmetische Chirurgie , Burnouts, Süchte und der gesamte Wahnsinn rund um die Porno-Industrie u.a. sind nur Symptome davon….

      Ich sehe das nicht so locker, dass es ok ist, verglichen zu werden und zu vergleichen. „Dafür kann man halt was anderes besser.“
      Die Wahrheit ist doch, dass jeder in jedem Feld noch einen Meister gefunden hat… Und in dieser Breite kann man sich schnell „verdient wertlos“ fühlen. Schlimm…
      Insofern bleibe ich bei mienem Ursprungs-Statement: Vergleiche Dich mit Deinem gestrigen Selbst, denn da hast Du eine reele Chance, erfolge zu verbuchen. Da kannst Du gestren schon für heute vorgesorgt haben, oder heute für morgen anfangen vorzusorgen. Dann zahlt sich wirklich JEDE Mühe aus.

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  2. Danke für deine ausführliche Antwort, liebe Karmen. Ich glaube, dass wir einer Meinung sind, wenn es darum geht, dass Menschen wertgeschätzt werden wollen in ihrem Personsein und in ihren Stärken und auch Schwächen. Wertschätzung kann ich mir nicht selbst geben, da brauche ich andere, die mir das schenken. Wertschätzung ist ein tiefes Bedürfnis in jedem Menschen. Immer wieder neu. Sich wertlos zu fühlen oder weniger wertvoll tut weh und nagt am eigenen Selbstwertgefühl. Erfolge verbuchen ist wichtig. Mit Niederlagen oder Misserfolgen umgehen ist aber auch wichtig, gerade da zeigt sich innere Stärke. Ich bin kritisch, ob ich mich von meinen Erfolgen abhängig machen sollte oder über sie definiere. Das ist relativ einfach, stimmt. Aber macht es mich zu einem besseren, liebenswerteren Menschen, wenn ich den Marathon geschafft habe? Oder wenn ich das Stück fehlerfrei auf der Flöte spielen kann? Oder wenn der Kuchen perfekt wird? Natürlich nicht. Mein gestriges Selbst hat noch nicht die Fehler gemacht und die Lektionen gelernt, die ich seit gestern gelernt habe. Mein gestriges Selbst ist noch nicht so erwachsen wie ich heute bin oder mein zu sein 🙂 Mein gestriges Selbst hat noch mehr Flausen im Kopf und Scheitern vor sich… Was du in Coachings erlebst sind vermutlich tiefe Wunden, die aus der Nichtannahme und dem Nichtgenügen resultieren. Eltern können in der Tat den Kindern großes Unrecht antun und ihnen Wichtiges schuldig bleiben. Das Problem würde ich aber nicht in dem Vergleichen sehen, sondern in dem Anspruch der Eltern an Kinder etwas zu sein, was sie nicht sind oder sein können. Und an dem Unvermögen der Eltern, ihre eigenen Lektionen zu lernen und den eigenen Schatten anzunehmen. Ich kann Kinder vergleichen mit dem Anspruch, sie unter Druck zu setzen und ich kann sie vergleichen mit dem Anspruch, ihnen zu helfen, gesunde Persönlichkeiten zu werden, die ganz eigene Stärken haben und in ihrer Art geliebt und angenommen sind. Ich spüre in mir den Wunsch, dir in allem zuzustimmen. Auch weil ich weiß, wie schön es ist, wenn andere mir ganz zustimmen. Ich stimme dir zu, dass es sehr wichtig ist, vorsichtig zu sein beim Vergleichen. Ich stimme dir zu, dass es wichtig ist, Wertschätzung zu erleben und zu geben. Ich stimme dir zu, dass wir miteinander und voneinander lernen können und sollen. Und dass es Menschen braucht, denen man die eigenen Wunden zeigen kann ohne Angst zu haben, ausgelacht zu werden. Aber ich glaube, dass wir nicht nicht vergleichen können. Es sei denn, wir leben allein auf einer schönen Insel. Aber wer will das schon 🙂

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