Respekt für Kinder!

Ich habe meine Freundin Jessi noch nie abfällig über ihr Kind, oder die Umstände, die ein Kind macht, sprechen hören. Das Kind wird bald 10 Jahre alt, und ich sehe Jessi fast jeden Tag. Ich finde das erstaunlich.

Irgendwann in meinen Dreißigern, als um mich herum „alle“ Kinder bekamen, fiel mir auf, dass Eltern solche Sätze wie „der Stinker muss dann halt zum Babysitter“, oder „am Wochenende parken wir die Nervensägen bei Mutter, dann hab ich endlich mal Zeit für irgendwas“, oder „mal gucken, wie lang der Schreihals den Mund hält.“

Ich fühle mich von solchen Sätzen unangenehm berührt. Ich glaube, man kann das auch anders ausdrücken – ohne verbale (und ich vermute auch persönliche) Respektlosigkeiten seinen Kindern gegenüber.

 

15 Antworten auf “Respekt für Kinder!”

  1. Würden wir Würde in unseren Sprachschatz wieder aufnehmen, würde Würde auch wieder zu würdevollem Sehen des Anderen führen, sozusagen
    „fairspektvoll“ statt „re-spekt-los“.

    Großes Thema!!!!

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  2. …ich denke, man sollte Elternschaft nicht auf den Sockel heben. Eltern sind keine besseren Menschen, die damit glücklich sind, sich selbstlos aufzuopfern. Und kein Mensch hat permanent Nerven aus Stahl. Ich finde, man sollte solche Äußerungen der Frustration nicht überbewerten. Sie sind m.E. vielmehr ein Akt der Psychohygiene als Ventil für heruntergeschluckte Emotionen – also wertvolle Selbstfürsorge.

    Ja, Kinder sind mitunter stinkende Nervensägen, denen hoffentlich soviel Selbstbewußtsein und Selbtswertgefühl von Ihren Tiger-Eltern vermittelt wird, daß sie auch einfach einmal den einen oder anderen Spruch dort hinstecken, wohin er gehört… in die Tonne.
    Und das ohne sich in ihrer „Würde“ verletzt zu fühlen.
    Jemand mit Selbstwertgefühl und gereifter, autonomer Persönlichkeit kann (auch als Erwachsenen) gar nicht durch so ein kleines „emotionales Bäuerchen“ erschüttert werden. Und so soll es auch sein.

    Alle anderen könnten sich prüfen, warum sie überhaupt so (über)empfindlich reagieren…? Wie schaut`s mit dem eigenen Selbstwert, Adoleszenz & Autonomie…und Verhältnis zu den Eltern aus (à la ungeliebtes Kind)?

    Seinen Emotionen verbal auch einmal Luft zu machen, ist sehr gesund!

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  3. ***Seinen Emotionen verbal auch einmal Luft zu machen, ist sehr gesund!***

    Das sehe ich auch so und hat sehr wenig damit zu tun, ob etwas würdelos oder würdevoll ist…
    Mit Sicherheit ist ein mit grundsätzlich innerer Verbundenheit und Liebe geschnoddertes „kleiner Scheisser“ gesünder
    als ein beherrschtes „würdevolles“ Edelwort 🙂

    Dennoch verstehe ich, was der Beitrag meint………….

    Gefällt 2 Personen

  4. Ich hoffe, dass ich mich über meine Kinder noch nie reapektlos geäußert habe.
    Vor allem nicht in ihrer Gegenwart.
    DAS tut mir nämlich weh, wenn ich das miterlebe.
    Im vertrauten Rahmen – ohne das Kind – fallen von mir schon so Sachen wie „bringt mich zur Verzweiflung“.
    Weil auch ich manchmal mit meiner Verzweiflung, Tauer, Ratlosigkeit irgendwohin muss.
    Damit ich meinen Kindern gut sein kann.
    Liebe Grüße
    Natalie

    Gefällt 1 Person

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