14 Antworten auf “Langeweile ist ein Phantom”

    1. hm, dann hast Du Deine Kindheit wohl übersprungen 😉
      oder kannst Dich einfach nicht mehr an Situationen in Deiner Kindheit erinnern, an denen Du Langeweile hattest…

      Das Gefühl der Langeweile kann so intensiv schmerzend sein, daß allein der Anflug schon reicht, um fast panisch in eine Agitation hereinzugehen, die man als „vernünftig“ rationalisiert.

      Sicherlich nehmen im gesunden Falle Situationen der Langeweile mit zunehmendem Alter – spätesten mit 15 oder 16 Jahren ab, da die Autonomie sich gefestigt hat und auch eine lokale und psychische Unabhängigkeit von Eltern und/oder Umfeld einfacher vollzogen werden kann (die zur Selbstverwirklichung oder Umsetzung seiner Bedürfnisse notwendig ist).

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      1. Mmmmh, tatsächlich habe ich mich auch als Bonsai nicht wirklich gelangweilt…Vielleicht weil ich als Kind auch bereits sehr autonom war, mich immer gut selbst beschäftigen konnte (so ist es überliefert) und sehr viel Phantasie hatte/habe und ich für nahezu alles interessiere. Im Notfall habe ich ganz besonders als Kind Tag geträumt oder einfach nur andere beobachtet. Das ist sehr kurzweilig …auch heute noch.

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      2. Ja, da hast Du dann Glück gehabt, als Kind in einem Umfeld aufzuwachsen, dem Du Dich nicht unterordnen mußtest (also „Erwachsenenanhängsel“ spielen) – bzw. Dir Deine Kreativität und Phantasie immer eine Möglichkeit gegeben hat auch mit Popel oder Träumen einen spannende oder erfüllte Zeit zu haben (ich meine das nicht ironisch!).

        Ums so besser 🙂

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      3. Ich verstehe was du sagen willst. Ja, ich galt als pflegeleicht…es sei denn, man hat erwartet, dass ich mich ohne wichtigen Grund dem Willen meiner Eltern unterzuordnen. Mit § Jahren bin ich 3 Tage lang „krank“ im Bett geblieben, weil meine Mutter mich zwingen wollte, ein niedliches Kleidchen anzuziehen. Sie hat dann meine Freunde, die mit mir spielen wollten, weggeschickt. Nach Tagen hat meine Mutter aufgegeben. Ich habe das Kleid nie mehr getragen, so berichtet meine Mutter. Ich kann mich noch erinnern, dass ich es immer gehasst habe, wenn man mich niedlich fand…auch wenn ich wirklich eine niedliche Püppi in Latzhosen war.

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      4. Agitation! Das ist genau der richtige Ausdruck für das was ich mal anderswo als „Geschäftigkeit“ beschrieben habe. Agitation ist besser, weil das Obsessive darin noch genauer mitschwingt.

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  1. ja, mit „zum Teufel“ liegst Du schon gar nicht so verkehrt 😉

    Langeweile ist ein Gefühl – oft auch der inneren Unruhe und Unzufriedenheit – welches immer dann entstehen kann, wenn:

    – eine Tätigkeit vollzogen wurde, die einem nicht (mehr) entspricht, man sich daran ausgepowert hat, unbefriedigt ist und dann danach eigentlich noch etwas „Vernünftiges“ umsetzen möchte, dazu aber nicht mehr der Wille vorhanden ist (was dann z.B. zu Suchtverhalten führen kann – die Zeit überbrücken, tot schlagen, den Schmerz der Langeweile ausradieren usw.).

    – zwangsweise in einer Situation zu sein, in der man über die eigene Geduldsgrenze weiter passiv ausharren muß (z.B. Kinder durch die Einkaufs-Mall ziehen, oder zwingen, brav Erwachsenengesprächen beizuwohnen usw.)

    Langeweile kann in die Depression münden oder aber zur aggressiven Variante auswachsen in der der aufgestaute Leidensdruck abgegeben wird.
    So kann Langeweile einerseits gefügig machen („irgendein“ Angebot annehmen, was den Anschein erweckt, die Langeweile zu töten) – oder apathisch (z.B. Medienflucht/ Konsumsucht)

    Langeweile ist immer ein Signal davon, daß dem eigentlichen Entwicklungsimpuls oder auch der Lebensaufgabe entweder temporär oder „chronisch“ nicht nachgegangen wird.

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    1. Noch einmal: Mmmmh. Natürlich kenne ich auch Ungeduld oder Frust. Es geht ja nicht immer alles nach meinem Willen. Das ist für mich aber noch keine Langeweile.

      Gefügig machen…apathisch sein?
      Ich glaube, der entscheidende Unterschied ist, ob man isch ohnmächtig einer Situation ausgeliefert fühlt und meint, keine Handlungsoptionen zu besitzen.
      So lange ich etwas verändern kann oder Optionen zur Auswahl sehe (muss man auch üben, braucht mitunter eben kreative Problemlösungskompetenz und einen kühlen Kopf anstatt in Emotionen zu baden) fühle ich mich „mächtig“ / in Kontrolle und somit auch verantwortlich für meine Lage.

      Ich habe einen Bruder. Als Kind war ich eine Zeit lang ganz scharf darauf, dass er mit mir und seiner Ritterburg spielte…also musste ich mir etwas einfallen lassen, um ihn zu motivieren und in ein Ritterspiel zu verwickeln. Häufig war ich erfolgreich. Ich hatte übrigens immer schon große Ausdauer. Das erinnere ich noch sehr gut.

      Ich vermute, dass es wesentlich ist, in der Kindheit die Erfahrung von Selbstwirksamkeit zu machen und zu lernen, dass man Geduld, Fokus und Ausdauer braucht um zum Ziel zu kommen….um nicht als passiver Erwachsener durch sein Leben zu treiben — und sich zu langweilen.

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      1. eben: viele Kinder werden getrieben (siehe auch Stichwort erZiehung) – sie nicht stark genug, um aus sich selbst heraus eine Option zu entwickeln mit der sie sich aus diesem Be-Trieb (der Erwachsenen), welcher sie eben überschwemmt, herauszuziehen …

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      2. Ein interessantes Wortspiel.
        Macht es einen Unterschied, ob man gezogen oder geschoben wird?
        Vermutlich kommt es darauf an, ob man einem Kind überhaupt Optionen und Entscheidungsfreiräume einräumt…Wahrscheinlich gehen die Meinungen auch darüber auseinander, ab welchen Alter man Kindern wie viel Autonomie einräumt….Ich denke, meine Eltern hatten schon früh extrem viel Vertrauen in mich – mitunter war ich selber darüber überrascht. Und ihr Vertrauen wurde ja auch nicht enttäuscht. Es gibt bei Kinder-/Jugenderziehung wohl keine Kochrezepte.

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  2. Es ist kurzweilig mit dir / Ihnen zu reden (Danke)…und um ehrlich zu sein, bin ich gerade am Multi-Tasking. Kein Platz für Langeweile. Muss jetzt aber tatsächlich Schluss machen… Nice to meet you und einen schönen Abend noch!

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  3. wie ich nun gelesen habe, scheint mir Langeweile recht negativ zu sein?– warum eigentlich? — als Kind, so kann ich mich erinnern, da gab es immer wieder Situationen wo ich nicht so recht wußte,?, saß dann eben so da, bis eine Stimme (oft mehrmals) zu mir durchdrang: „träumst Du wieder?“, ja, das tue ich, habe ich getan. Doch irgendwie scheint dies niks zu sein, man sollte es wohl unterlassen. Glücklicherweise habe ich eine ausgesprochen rege Phantasie, selbst nach über einem halben Jahrhundert noch, welche stets und gerne gepflegt. Somit sehe ich die Langeweile als Gunst; niks schöneres als ein langes Weile für seiner selbst. das ist höchst positiv. Das größere Problem im Wort ist wohl eher die Tatsache, niks mit sich anfangen zu wissen –und schon wirds lästig — ich liebe LangeWeile__Zeit für mich

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