Kleine Gesten der Freundlichkeit

Kleine Gesten der Freundlichkeit sind manchmal solch eine Überraschung, dass sie auf Widerstand stoßen.

So ist mir geschehen, als ich auf einem Fest einer Frau anbot, ihren Teller gleich mitzuspülen, da sie in ihren Händen mehrere Dinge herumbalancierte.
Sie war perplex, irritiert und sagte „ich spüle mein Geschirr selber“.

Ich antwortete, dass ich keineswegs über sie bestimmen wollte, dass ich es aber nur natürlich fände, ihr mit dieser Mini-Geste ein bisschen zu helfen. Vielleicht könne sie diese kleine Hilfsbereitschaft doch annehmen.

Es entwickelte sich ein interessantes Gespräch darüber, wie ungewöhnlich und schwierig es manchmal ist, etwas anzunehmen, das man nicht durch Leistung „verdient“ hat.
Mir hat es Spass gemacht, diese kleine Irritation zu provozeren.

Mein Fazit ist, dass wir Menschen aus der Reserve locken, wenn wir ihnen etwas Unerwartetes schenken oder anbieten. Im besten Fall schauen die Beschenkten dann auch in ihre „Programme“ hinein, wie sie generell die großen und kleinen Geschenke des Lebens empfangen.

6 Antworten auf “Kleine Gesten der Freundlichkeit”

  1. Was du da schreibst, erlebe ich tagtäglich.

    Gute Gesten werden langfristig immer belohnt und dabei müssen es nicht einmal „Gefälligkeiten“ sein. Oft haben ein paar nette Worte einen deutlich größeren Effekt – MIT Irritations-Garantie!

    Ich denke, wir fragen uns viel zu oft, in welcher Relation wir zum Gegenüber stehen, quasi „ob man auf Augenhöhe ist“, dass wir so etwas wie „bedingungslose Freundlichkeit“ gar nicht mehr erwarten. Schließlich bekommt man ja nichts umsonst, richtig? Ebenfalls aus der persönlichen Erfahrung weiß ich, dass viele derartige Gesten mit materiellen Geschenken begleichen wollen und dann ebenso perplex reagieren, wenn man dankend ablehnt.

    Danke für die nette Denkanregung!

    Gefällt 2 Personen

  2. Solche kleinen Gesten, führen ja nicht nur beim dem anderen zu Irritationen, sondern auch bei uns selbst (Sollte ich das? Darf ich das? Ist es angebracht? usw). Wenn man es dann aber getan hat, fühlt es sich sehr gut an. Habe ich neulich selber erlebt und bei mir aufm Blog beschrieben. Versuche es nun in meinen Alltag aufzunehmen

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.