Jammern in der Raucherecke

Jedesmal wenn ich an der Raucherecke in unserem Hof vorbeigehe, wird gelästert, geschimpft oder irgend etwas schlecht gemacht.
Als wäre das Lästern und Nörgeln der eigentliche Kitt, der Raucher:innen zusammenschweißt.
Und doch halten Raucher:innen sich oft für „bessere“, „sozialere“ oder integrere Menschen, die noch „miteinander reden“, „zusammenhalten“, „die Verhältnisse anprangern“ – nicht so wie die anderen Kolleg:innen, die nur stur Dienste schieben.

Raucher:innen verursachen mit ihrer Sucht unvorstelbare Mengen an Müll, angefangen bei der Erzeugung von Tabak und dem Papier, das abgeholzt werden muss. Sie erzeugen furchtbare Zell-Gifte, zerstören Arbeitszeit ihrer Arbeitgeber, Gelder der Krankenversicherungen und die Gesundheit ihrer Mitmenschen, die passiv mitrauchen müssen. Unvorstellbare Reichtümer fließen in die Chefetagen der Tabakindustrie.
Wie weit ist es also mit der Güte und Sozialität von Raucher:innen her?

Vor allem aber vergiften Raucher:innen sich selbst, ihre Lungen, ihre Gefäßsysteme, zerstören die Kapillaren ihrer physiologschen Peripherie, ihre Gehirne, ihre Münder.
Diese Münder, die dann in der Raucherecke lästern, schimpfen, nörgeln und mit einer einzigartigen Mischung aus Selbstgefälligkeit und Selbstmitleid Opfer und Täter deklarieren. Mit diesem Gemotze in der Raucherecke entsteht eine sich selbst verstärkende Energie…. heilandzack!

…da funktioniert die Maschienerie der Suchtindustrie wie geschmiert…

Ich bitte unsere Raucher:innen um Bewusstmachung! Wir sind alle eins. Wenn wir sozial und menschenfreundlich sein wollen, dann lasst uns mal wirklich begreifen, wie unfassbar kaputt Zigarettensucht ist – angefangen bei den Erzeugern, Dealern und Konsumabfällen, bis hin zu den Verlusten in Form von sinnlosen Sucht-Toten, und dem Kummer und der Co-Abhängigkeit unserer Umfelder, unserer Nächsten und Nachkommen.

3 Antworten auf “Jammern in der Raucherecke”

  1. Ich bin selber Raucher und kann dir leider nur zustimmen. Mittlerweile achte ich schon darauf, alleine eine Raucherpause zu machen, damit es wirklich eine Pause ist. Mit der Suchtmaschinerie hast du auch recht und ich versuche seit zwei Jahren aufzuhören. Bisher läuft es nicht besonders gut, aber ich versuches es immer weiter, bis es klappt.

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    1. Hallo justarandomguy, danke für Deine offenen Worte.
      Ich kenne Raucherecken auch aus jahrelanger persönlicher Anschauung. Und ja, Rückfälle gehören bei den meisten Raucher:innen zum Aufhören dazu.
      Irgendwann habe ich begriffen, wie umfassend die Vergiftung, die ich betrieb, tatsächlich war, und dann konnte ich endlich aufhören…
      Bei mir war es ein innerer, unbewusster Suchtantrieb: „lieber vergifte ich mich selbst, als mein Gift in die Welt zu schleudern“, doch es hat sehr viele Jahre gebraucht, um zu dieser Einsicht zu gelangen.
      Selbstzerstörerisces verhalten „um des lieben Friedens Willen“ ist ein weit verbreitetes Phänomen… haha, kommt in den besten Familien vor, hahaha.

      Ich wünsche Dir Glück und gutes Gelingen, bei Deinem Rauchfrei-Vorhaben!
      Falls Du Anregungen und Know-How brauchst, schreib mir eine Email. :-))

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