Andi über den Unsinn des Lebens, Timing und Freundlichkeit

Neulich fragte ich Andi, der in meinem Blog ab und zu als „Anyway“ kommentiert und von dem ich schon zwei Gastbeiträge veröffentlicht habe, ob er nicht wieder was schreiben möchte.
„Ja“, hat er gesagt und ich freue mich sehr, Euch seinen neuen Text zu präsentieren:

Der Unsinn des Lebens

In der Menschheitsgeschichte gab es immer wieder diese ganz besonderen Momente. Momente in denen etwas zum allerersten Mal passierte.

Der Augenblick als ein Mensch zum ersten mal anfing eine Höhlenmalerei anzufertigen.
Oder als der erste Buchstabe des ersten gedruckten Buches auf Papier verewigt wurde.
Aber auch in der jüngeren Menschheitsgeschichte gab es noch solche Ereignisse.
Der Moment in dem die erste Fotografie gemacht wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Blick_aus_dem_Arbeitszimmer).

Oder als die erste E-Mail durchs Internet nach Deutschland verschickt wurde.
Wenn man darüber nachdenkt, dass das erste Foto eine Belichtungszeit von 8 Stunden hatte, obwohl es doch bei Fotos eigentlich um das Einfangen des Augenblicks geht und die erste E-Mail, die in Deutschland je ankam mit dem Schreibfehler „Wilkomen“ begann, obwohl man es mit der technisch fortgeschrittensten Kommunikationsmethode zu

tun hatte, könnte man schnell an die Floskel „was wäre das Leben ohne Ironie?“ denken.

Menschen mit Hang zur Ironie würden darauf wahrscheinlich antworten: „Besser!“.
Was war wohl der erste ironisch gemeinte Satz in der Menschheitsgeschichte? Die Frage kann vermutlich niemand beantworten. Aber über die Frage ob diese damals neue Betrachtungsweise eine gute Idee war, kann mann durchaus nachdenken. Die nahen Verwandten der Ironie, Sarkasmus und Zynismus würde wahrscheinlich kaum jemand
vermissen, gäbe es sie nicht.

Aber Ironie selbst? Zwar bringt sie uns manchmal zum lachen und kann auch erhellend wirken aber zuviel davon kann auch verwirrend sein. Es bleibt eine Frage der Balance auf einem schmalen Grat.

Haben wir diese Balance in der Welt noch? Ist eine Welt in der systemrelevante Berufe vor allem mit Klatschen belohnt werden nicht die Definition für Ironie?

Die Doppeldeutigkeit hat sich auch mittlerweile in unserem Kalender manifestiert. Der 25. Januar wurde vor einiger Zeit offiziell zum Gegenteiltag erklärt. Könnte es sein, dass alle wichtigen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte immer am 25. Januar zum ersten Mal in den Köpfen der alteingesessenen Amtsinhabern auftauchten? Befindet sich die

Menschheit in einer Ironieschleife aus der sie nicht mehr herausfindet?

Einer Legende zufolge berieten sich vor langer Zeit zwei Gelehrte, die die Schriften des Dudeismus (https://en.wikipedia.org/wiki/Dudeism) studierten genau über diese Frage.
Es heißt, sie trafen einst rein zufällig aufeinander, als sie in der Warteschlange direkt hintereinander standen und nahezu im gleichen Moment merkten, dass sie gar nicht für eine Ausstellung über die Kunst aus Los Angeles‘ Stadtviertel „Dogtown“ anstanden, sondern bei der Schlange zur Anmeldung für die Hotdog-Wettessen Weltmeisterschaft.
-„Welch Ironie.“ Sagte der Ältere der beiden.
-„Immer diese Ironie. Wie soll man darauf noch reagieren ohne ein verdammter Zyniker zu werden? Ich weiß da nicht mehr weiter. Langsam komme ich mir deswegen wie ein Vollidiot vor“. Entgegnete der Jüngere.
-„Timing.“ Antwortete der Ältere.
-„Timing?“ Fragte der Jüngere.
Einige Sekunden verstrichen. Und der Ältere bekräftige mit einem leichten lächeln:

– „Ja mit dem richtigen Timing. Schweigen und Lächeln. Oder anders gesagt freundlich bleiben.“

Und obwohl Timing keine Stärke des Jüngeren war, was man unter anderem daran bemerkte, dass er sich etwa fünf Minuten zu spät und bei der falschen Person, nämlich der berufsbedingt stoisch dreinblickenden Hotdog-Verkäuferin, mit den Worten „Vielen dank lieber Weihnachtsmann Roboter“ bedankte, beherzigte er den Rat und begegnete von nun an jeder Ironie mit einem erhabenen Lächeln und war froh sich nicht mehr wie ein Idiot vorkommen zu müssen.

Was lernen wir jetzt daraus?
Erstens, falls LSD irgendwann legal werden sollte, muss auf der Verpackung der Warnhinweis „Kann Weihnachtsmann Roboter verursachen“ stehen.

Und Zweitens, und viel wichtiger, erhabene und ernst gemeinte innere Freundlichkeit macht unbesiegbar.

Und falls jetzt jemand dazu neigen sollte mir dabei recht zu geben, also vor allem beim zweiten Punkt…
Das bringt nichts…
An der Stelle sind wir schon lange. Sollte aber jemand von jetzt an so leben, dass Freundlichkeit zur Selbstverständlichkeit wird, dann möge diese Seele stets von sämtlichen Glückskeksen des Universums begleitet werden.

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