RIP Barbara Sher

Gestern erfuhr ich, dass Barbara Sher verstorben ist. Ruhe in Frieden, Du gute Seele.

Mein aktuelles Buchprojekt, das immer noch den Arbeitstitel „Spielbuch“ trägt, fängt mit einem Lobgesang auf einen TedX-Vortrag an, den sie 2016 in Prag gehalten hat.
Ihr Talk hat mich zu diesem Buch motiviert und ich danke Ihr von Herzen für ihre geniale Arbeit.

Ihr dürft hier meine Einleitung zum nächsten Buch lesen:

  1. Einleitung

 

Als ich zum ersten Mal den Tedx-Talk Isolation is the dream-killer, not your attitude von Barbara Sher sah, musste ich immer wieder auf „Wiederholen“ klicken. Ich war fasziniert von der Idee, dass psychisch belastete Menschen eine Gruppe gründen können, die den Gruppenmitgliedern mit Erfolg dazu verhilft, ihre Wünsche und Träume zu verwirklichen, sogar dann, wenn sie ihre Träume und Wünsche noch nicht mal kennen.

 

Barbara Sher erzählt in ihrem Vortrag auf sehr kurzweilige Art und Weise, wie sie in den 1970er Jahren in New York als arme, alleinerziehende Mutter kleiner Kinder einen Zweitjob ausübte, bei dem sie abends eine Reihe von Selbsthilfe-Gruppe leitete. Bei den Treffen sollten sich die Teilnehmer ihren Depressionen, Ängsten und Süchten stellen, um mit ihren psychischen Problemen besser umgehen zu können. Eine vielpraktizierte Technik war, seine Wut, seinen Ärger, und Trauer in der Gruppe herauszulassen, sich gegenseitig anzuschreien, herumzubrüllen, zu weinen und zu schreien, und tatsächlich ging es den Gruppenmitgliedern nach den Treffen besser.

 

In einer der Gruppen nahm regelmäßig ein Ronny teil, der allen fürchterlich auf die Nerven ging. Seine Stimme, seine Haltung, sein Äußeres, seine ganze Art müssen ziemlich scheußlich gewesen sein, sodass er immer wieder Wut und Aggressionen der anderen Mitglieder auf sich zog. Doch die Gruppe schätzte und brauchte ihn, zumal er sich den Teilnehmern immer wieder gern als Projektionsfläche und Katalysator für alle möglichen unguten Gefühle zur Verfügung stellte. Den Mitgliedern fiel es besonders leicht, ihren Kummer und ihre unausgelebten Spannungen über ihm auszuschütten und auf ihn loszugehen, was ja ein grundlegender Teil des Heilungs-Prozesses war.

 

Eines Tages war Ronny dran, seinen Kummer und seine Wut auszulassen, und er erzählte, dass er wegen seiner Wohnsituation deprimiert sei. Die Gruppe kam ihm zur Hilfe und die Teilnehmer studierten Inserate, begleiteten ihn zu Wohnungsbesichtigungen, zum Abschluss des Mietvertrages, und schließlich halfen alle beim Renovieren und Streichen. Das Team war froh, dem Kollegen geholfen zu haben, und dabei etwas Sinnvolles getan zu haben.

 

Auch Ronny war zunächst mal zufrieden. Doch schon bald wurde ihm bewusst, dass in der Wohnung eine entscheidende Person fehlte: eine Frau. Im nächsten Gruppenmeeting berichtete er, dass er deprimiert sei, weil er keine Partnerin habe.

 

Diese Situation forderte nun anspruchsvollere Maßnahmen von der Gruppe, als nur ein paar Inserate zu studieren, und eine Wohnung zu streichen. Allen – inklusive Ronny – war klar, dass er nun nicht exakt dem Typ „Traumprinz“ entsprach, und dass es schwierig werden würde – doch gemeinsam nahmen sie ein neues, ehrgeiziges Projekt auf: Ronny sollte eine Frau finden.

 

Die Frauen der Gruppe gingen mit ihm schickere Kleidung einkaufen und zum Friseur, sie übten mit ihm in Rollenspielen charmant zu plaudern, und die Männer joggten mit ihm und halfen ihm seine Körperhaltung zu verbessern.

 

Als sie glaubten, dass weitere Anstrengungen in dieser Richtung keine nennenswerten Verbesserungen mehr hervorbringen würden, überlegten sie, wo sie nun eine Frau für ihn herkriegen sollten. Die Idee, Partys zu veranstalten kam auf. Also fingen sie an, Feste zu organisieren und Single-Frauen aus dem Bekanntenkreis einzuladen. Die Feiern entpuppten sich als Riesenspass, ein Gewinn für die ganze Gruppe! Alle hatten sehr viel Freude daran, und als sich schließlich nach einigen Partys auch noch eine Frau fand, der Ronny gefiel und umgekehrt, war das Ziel vollumfänglich erfüllt, sosehr sich die Gruppe darüber auch wunderte.

 

Dieser Erfolg inspirierte Barbara Sher so sehr, dass sie anfing daran zu glauben, dass alle wahren Wünsche restlos erfüllt werden können, wenn man die Wiederstände benennen kann und die richtige Unterstützung hat. Ihre Zauberformel fürs Wünsche erfüllen lautet folgendermaßen:

  • Benenne Deinen Wunsch, egal, wie unrealistisch er ist vor mehreren oder vielen anderen, am besten fremden Menschen.
  • Benenne die Wiederstände. Die Gehirne der Fremden fangen an, die Wiederstände und die Probleme kollektiv zu lösen. In den meisten Fällen werden die Wünsche wahr.
  • Nimm das Geschenk der Erfüllung Deiner Wünsche an und hilf im Gegenzug die Wünsche der Anderen zu erfüllen.

 

Mit dieser Erkenntnis gründete sie ihr eigenes Unternehmen, deren zentraler Zweck darin bestand, Gruppen und Veranstaltungen aus der Taufe zu heben, bei denen die Teilnehmer ihre Wünsche und Träume identifizierten und die Teams den einzelnen Mitgliedern halfen, diese – allen Hindernissen zum Trotz – zu verwirklichen. Daraus ist eine weltweite Bewegung geworden, „Wishcraft“ und ihre sogenannten „Erfolgsteams“ gibt es auf allen Kontinenten.

 

Die Frau ist inzwischen weit über achtzig und immer noch aktiv: Sie hält Vorträge in Firmen und Universitäten, schreibt Bücher und coacht weiterhin Menschen mit Zielfindungsschwierigkeiten.  Ausgehend von der Geschichte mit Ronny, dem es mithilfe von lauter depressiven, psychisch kranken Menschen gelang, eine schöne Wohnung und eine liebende Frau zu finden, ausgehend von dieser Geschichte also, ist Barbara Sher eine weltweit anerkannte Buchautorin und Expertin für die effektive Erfüllung von Wünschen und Träumen erfüllen geworden.

 

Diese Geschichte hat mich elektrisiert. Sie sprach zu mir!

*****
Und nochmal, liebe Barbara, ruhe in Frieden.

 

 

 

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