Ist das Ende der der Co-Abhängigkeit das Ende der Beziehung?

Wenn Du in einer Beziehung mit eine*m suchtkranken Partner*in lebst, dann fragst Du Dich bestimmt immer wieder, ob und wie es möglich ist, den Partner zwar nicht mehr in seiner Sucht zu unterstützen, die Beziehung jedoch (jetzt erst recht) zu erhalten.

Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.

Vielleicht geht es primär auch gar nicht um die Beziehung, sondern um das Leben selbst. Also, mehr darum, wie Du Deine Tage, Wochen, Jahre oder gar Jahrzehnte verbringen möchtest.
Bist Du glücklich und zufrieden mit deinem kreativen Spielraum, den Du mit einem/r alkoholsüchtigen Partner/in hast? Hast Du den Grad an Freiheit, Sicherheit und Freude, der Dir für Dein Leben vorschwebt?

Kannst du mit ihr / ihm all das ausleben, was du für ein glückliches Leben brauchst? Kannst du in dieser Partnerschaft wirklich DU sein?

Oder musst Du Deine eigenen Lebensvisionen zugunsten einer rauschhaften Partnerschaft aufgeben, oder Dich und Deine Umwelt darüber belügen?
Also sowohl
– über deine Visionen und Lebensziele als auch
– über die Art deiner Partnerschaft?

Du kannst morgen oder in einem Jahr sterben.
Wofür willst Du gelebt haben?

Falls Du Dich nicht trennst – was kannst Du tun, um authentisch zu sein, und Deinen eigenen Werten getreu zu leben?

Und falls Du Dich trennst – wie soll die nächste Beziehung werden?
Wieder Co-abhängig mit der nächsten Person?
Oder wirst Du solo bleiben?
Oder gilt es einfach mal, schonungslos Inverntur zu machen, und die inneren Traumata ans Licht lassen und den nächsten Lebensabschnitt mal anders angehen, als bisher….

Alle Antworten sind möglich. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch oder eine Pauschalantwort.
Gleichwohl sind die meisten Beziehungen mit aktiv süchtigen Menschen unterm Strich eher unglücklich als glücklich. Das kannst du mit bedenken…

Was musst Du an Dir ändern, welchem Stern musst Du folgen, um ein sinnvolles Leben zu leben?
Wie sähe Dein Leben ohne die Komponenten, die die Sucht Deines*r Parners*in mitbringt, aus?

5 Antworten auf “Ist das Ende der der Co-Abhängigkeit das Ende der Beziehung?”

  1. Danke Karmen. Was ich dem Artikel entziehe ist, wie bleibe ich „nüchtern“ neben einem süchtigen Partner?
    Zwischen den Zeilen ist es zu lesen, dass vielleicht ich von der Beziehung zum (süchtigen) Partner abhängig bin. Wie findet man den Gleichgewicht zwischen Liebe und Authentizität? Es ist so schwierig, denn wenn der Süchtige von seinem authentischen Ich gespalten ist (so zB behauptet Gabor Maté)… wen lieben wir, eigentlich? Und wenn ich genauso abhängig, nur von der Beziehung eher als einer Droge, bin… wen liebt mein*e Partner*in eigentlich?

    Gefällt 2 Personen

    1. Ja, das alles spielt hinein.
      Ich bin mir sicher, dass eine Liebe weniger kompliziert ist, wenn beide Partner ganz mit sich selbst verbunden (und nicht abgespalten) sind.
      Und ja, wen liebt man und warum?
      Das sind ur-alte, tiefe Fragen…. Und gleichzeitig wissen wir aus der Forschung, dass wir uns in Leute verlieben, die wir mit den konditionierten Erfahrungen aus der Kindheit assoziieren.

      Vor drei Jahren habe ich in der School of life an einem tollen Workshop teilgenommen.
      Wir teilnehmer sollten uns überlegen, welche Eigenschaft wir an unseren Eltern sehr anziehend finden und bewundern. Da fielen mir gleich ein Dutzend Eigenschaften ein…

      Die nächste Frage war, ob wi diese Eigenscaften auch in unseren Lebenspartner*innen fänden.
      Und ja – ahaaaa!- das bestätigte sich.

      Diese Eigenschaften SUCHEN wir in potentiellen Partnern.
      Dann kommt eins zum Anderen und man ist ein Paar.

      Diese guten, herrlichen Eigenschaften haben jedoch zugleich eine überzogene und unausgeglichene Ausprägung, die wir mit der wunderbaren Eigenschaft mit „kaufen“.

      Ich zum Beispiel bewundere die Klugheit, die Allgemeinbildung, das kritische Denken und die Extrovertiertheit meines Vaters.
      Solche Typen gefallen mir natürlich. (haha)
      Irgendwann stellte sich heraus, das mich an Typen (und an meinem Vater :-))) Paternalismus, Kritisieren, Klugscheißen, und Lautheit nerven und abstoßen….
      Dabei sind das die gleichen Charakteristika, nur ich habe dort noch etwas zu heilen.

      Insofern sind Reibung und Konflikte immer ein potenztielles Medizin-Labor, um seine alten Traumata zu heilen…

      Wen immer man sich auch aussucht, umeinen lebensabschnitt oder das ganze Leben zu teilen, es ist immer der BESTE Spiegel, den man sich nur wünschen kann.

      Gefällt 2 Personen

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