Neue Rezension für Rauschliebe

Die Psychotherapeutin und Buchbloggerin Mirella Pagnozzi hat mein Buch gelesen und rezensiert.
Ich freue mich sehr über ihre Detail- und Kenntnisreiche Bewertung.
Besonders interessant finde ich, was sie im Zusammenhang von Alkoholismus und Polytoxischem Verhalten erzählt.
Sie sagt beispiesweise, sie habe in ihrer Arbeit mit Suchtpatienten  noch keine suchtkranke Person getroffen, die auch sexsüchtig war.

In meinem eigenen Lebensweg als ehemalige Angehörige saß ich in einigen offenen Meetings der Anonymen Alkoholiker und natürlich in Angehörigengruppen.
Tatsächlich einnere ich mich nicht, dass in den AA-Gruppen Sex-Eskapaden angesprochen wurden, während in den Angehörigengruppen eigentlich immer mindestens eine*r im meeting zumindest von heimlicher Untreue bis hin zu unvorstellbaren Doppelleben berichtete.
Klar muss Untreue nicht gleich Sexsucht sein.

In meinem Buch Rauschliebe lebt die männliche Hauptfigur mehrere Süchte aus, allen voran Alkoholismus und Tabaksucht, und während sie immer mehr darin untergeht, baut sie sich immer mehr ein Doppelleben voller Lug und Trug, Promiskuität und heimlicher Sexsucht auf.
Die Frauen, mit denen er ins Bett geht, nutzt er aus, er nimmt Geld von ihnen an und nutzt Möglickheit, außerhaus zu duschen und zu übernachten, und um etwas Abstand von den Erwartungen seiner co-abhängigen Frau, der Ich-Erzählerin zu bekommen.

Aus meiner Beobachtung sind viele Menschen, die einer Sucht nachgehen, auch offen für andere – Alkohol und Tabak, Haschisch oder andere Drogen, Magersucht, Bulimie, Pornosucht – all das kommt in meiner Beobachtung häufig zusammen vor…

Hier ist die neue Rezension:

https://mirella-pagnozzi.blogspot.com/2020/09/karmen-jurela-rauschliebe-1.html?fbclid=IwAR1jPC11WtME5x5JAY7lYAbvI45ZJ5suhHtSgJ7dU8KUryp_wFZLBOWPrwo

3 Antworten auf “Neue Rezension für Rauschliebe”

  1. Aus meiner Erfahrung resultiert Sucht aus dem bislang missglücktem Versuch der Balancefindung innerhalb der Seelengrundkräfte: Denken – Fühlen – Wollen, wobei schon innerhalb nur eines derselben eine Diskrepanz auftreten kann: so kann ich in der Vorstellungsebene (Denken) unterschiedliche Modelle, Anschauungen und Ziele entwickeln, die sich aber konträr entgegenstehen. Autonomie gleichzeitig Bequemlichkeit.
    Auf der Fühlen-Ebene ist dies schon schwieriger: wirklich gleichzeitig Freude und Trauer erleben, dürfte Probleme bereiten. Und eine Divergenz auf der Willensebene ist noch viel schwieriger: gleichzeitig zwei unterschiedliche Handlungen ausführen.
    Ist also das Ich als Selbstorganisator oder eigentlicher Komponist dieser drei Seelenkräfte nicht in der Lage, eine temporäre Harmonie oder auch Kohärenz zu bewerkstelligen, wird sich entweder aus einem Mangel-Organ oder einem Übertreibungs-Organ ein Wille selbst gebären. Dieser Wille ist dann die Suchthandlung – nämlich ein eigener Willensstrang, der sich zunächst unserer Ich-Beeinflussung entzieht, da er ja gerade aus Ich-Mangel entstanden ist und nun aber auch gleichzeitig ein Apell an das Ich ist, nämlich durch Sucht bedingtes zunehmendes Leid, es möge doch bitte die Führung(Organisation) übernehmen.

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