Thich und Frieden

Heute übersetze ich Euch einen Text aus meinem kleinen Thich Nhat Hanh-Büchlein.

Der Text heißt „Healing the Past“

Die Vergangenheit heilen

Unsere Präsenz hier bedeutet die Präsenz all unserer Vorfahren. In uns sind sie immer noch lebendig. Jedes mal, wenn wir lächeln, lächeln auch alle Generationen, die in uns sind, mit –  unsere Vorfahren, unsere Kinder, sowie die noch kommenden Generationen.

Wir üben nicht nur für uns alleine, sondern für jeden Menschen – und der Strom des Lebens setzt sich fort.
Hast du Fehler gemacht, und Deinen Nächsten Leiden verursacht, und diese sind nicht mehr am Leben, dann sei nicht frustiert. Du kannst die Wunde noch immer in Dir heilen. Die Person, von der du denkst, sie sei verstorben, lebt in Dir weiter.
Du kannst sie oder ihn immer noch zum Lächeln bringen.
Angenommen, Du hast Deiner Großmutter zu ihren Lebzeiten etwas, das sie unglücklich machte, gesagt und du bereust es immer noch.

Dann setz Dich hin, atme achtsam ein und aus, visualisiere, wie Du bei Deiner Großmutter sitzt und sag: „Großmutter, ich bitte Dich um Verzeihung. Ich werde niemals wieder so etwas zu dir oder zu irgend jemand anderem, den ich liebe, sagen.“

Wenn Du das aufrichtig, fokussiert und völlig achtsam sagst, dann wirst Du sie in Dir lächeln sehen und die Wunde wird heilen.

Fehler entstehen durch Unfähigkeit, Vergesslichkeit oder Nachlässigkeit – aus dem Verstand. Da alles vom Verstand herührt, kann auch alles durch den Verstand entfernt und transformiert werden. Das sind die Lehren des Buddha.

Auch wenn wir denken, die Vergangenheit ist vorbei und die Zukunft ist noch nicht da – wenn wir tiefer hinschauen, sehen wir, dass die Realität mehr ist als das. Die Vergangenheit existiert in der Aufmachung der Gegenwart weiter, denn die Gegenwart ist aus der Vergangenheit gemacht.

Wenn wir uns entlang dieser Lehre fest in der Gegenwart verorten und den gegenwärtigen Moment tief begreifen, dann ergreifen wir auch die Vergangenheit und haben die Kraft, diese zu heilen. Das ist eine wundervolle Lehre und Übung.

Wir müssen unsere Wunden nicht für immer ertragen. Zuweilen sind wir alle unachtsam; und wir haben in der Vergangenheit Fehler gemacht. Das bedeutet nicht, dass wir diese Schuld für immer mit uns herumtragen müssen, ohne sie zu transformieren.

Berühre die Gegenwart zutiefst und Du berührst die Vergangenheit. Gib auf die Gegenwart acht und Du kannst die Vergangenheit reparieren. Die Praxis des Neubeginns ist eine Praxis des Verstandes. Wenn Du realisierst, dass Du in der Vergangenheit Fehler gemacht hast, dann beschließe, sie nie wieder zu tun.

Dann ist die Wunde geheilt.

Es ist eine wundervolle Praxis.

 

2 Antworten auf “Thich und Frieden”

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