Imposter Syndrom

ich habe es genau gesehen, ich habe es genau gespürt!

Vor einem wichtigen Termin mit einer Klientin schob ich es vor mir her, mich vorzubereiten. Ich erkannte die Prokrastination und dass ich mich da nicht ranwagte, und stattdessen andere Dinge tat.

Und dann kam unvermittelt der kurze Augenblick der Klarheit, der Adrenalinkick, deutlich spürbar in der Körpermitte: Angst….

Angst vor dem Versagen, Angst vorm nicht Können, Angst, „aufzufliegen“…
Das Imposter-Syndrom in (glücklicherweise) schwacher Version.

Jede/r Therapeut/in, jede/r counseller, der partiell Verantwortung für andere Menschen übernimmt, indem er/sie invasiv in deren Gehirnen, Psychen, Körpern arbeitet, kennt das Phänomen, sich manchmal wie ein Scharlatan vorzukommen. Tatsächlich habe ich irgendwo eine Zahl gesehen, dass knapp 80% aller Berufstätigen schonmal dachten, dass sie eigentlich keine Ahnung von der Materie haben, mit der sie sich seit Jahren beschäftigen.
Ich erinnere mich an eine Prothetik-Vorlesung, in der mein Professor erzählte, wie er mal bei der Abdrucknahme einem Patienten versehentlich zwei Zähne gezogen hat.

Während er vom Patienten abgewandt den Abdruck abwusch, fragte er sich folgende zwei Fragen: „Warum habe ich nichts Gescheites studiert und wie lange soll ich den Abdruck noch abwaschen?“

Wir Studenten mussten natürlich alle lachen – und doch durften wir aus erster Hand hören, dass selbst gestandene, hochdekorierte Mehrfachdoktoren und Professoren ab und zu mit dem Gefühl konfrontiert sind, ihren Berufsstand nur unzulänglich zu repräsentieren…

Das gehört wohl dazu.

2 Antworten auf “Imposter Syndrom”

  1. Die Angst aufsteigend aus dem 3. Chakra, welches sich dann auch z.B. kalt, verhärtet oder „roh“ anfühlen kann, ist ein Zeichen, daß wir hier mit einer Aufgabe in Berühtung kommen, die auch unser Karma betrifft.

    Die Situation ist ja nicht offensichtlich existenziell bedrohlich.
    Sie wird es aber für uns, in dem wir sie so einschätzen (interpretieren und/oder fühlen).
    Die interessante Frage ist: wer oder was ist das in mir, welches also diese Wirkung (Angst) hervorbringt – während z.B .für andere in der Situation überhaupt kein „Problem“ besteht?
    Anders gestellt: warum finde ich den einen sympathisch, den anderen nicht – wieso treffe ich Entscheidungen, die mich mit bestimmten Menschen und Situationen zusammenbringen – warum keine anderen Entscheidungen? usw.

    Also, wie man sagt: so aus dem Bauch heraus!
    Und tatsächlich: der Bauch, da ist ein Zentrum über das solche Filter oder Bias-Funktionen wie „eingelagert“ sind und eine gewisse „Führung“ übernehmen, der wir jedoch nicht ausgeliefert sind, sondern sie z.B. durch solche Gefühle wahrnehmen und reflektieren können, um genau diese „innere Gestalt“ in diesem Aspekt zu erlösen und uns darüber weiterzuentwickeln …

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