Bei sich selbst stöbern

Ich weiß nicht, worüber ich schreiben soll.

Nun habe ich erst vor wenigen Tagen eine kleine Verfahrensanleitung geschrieben, wie man zu einem Beitrag kommt, obwohl man nicht weiß, was man schreiben soll und auch die gespeicherten Entwürfe einen nicht wirklich kitzeln.
Mal gucken, was mein Vorschlag taugt:

  • What in the last 3 days has moved and touched you the most?
  • What upsets you — in general or a specific situation in the last 3–5 days?
  • What makes you happy — in general or a specific situation in the last 3–5 days?
  • What specific experience can you share for it´s universal value?

In den letzten drei Tagen hat mich am meisten die wunderbare Hochzeitsparty bewegt, zu der ich am Wochenende eingeladen war.
Das Paar wählte ein unkonventonelles Hochzeitsritual und beauftragte eine Freundin, die sich mit spirituellen und schamanischen Praktiken beschäftigt, eine maßgeschneiderte Zeremonie zu veranstalten.
Die Zeremonie begann damit, dass alle Gäste sich erstmal durchmischten und einander kennenlernen sollten indem sie sich paarwese erzählten, wie es ihnen gerade gehe, und in einer neuen Konstellation, wovon sie träumten.

Das war ein toller Start, der Berührungsängste reduzierte und neue Begegnungen erleichterte.

Danach gingen wir auf einen schönen Spaziergang im Wald, an dem jeder von uns eine Schwelle übertrat, die die Liebe representierte. Vom Waldspaziergang brachte jeder einzelne dem Brautpaar, das auf einer hübschen Lichtung auf uns wartete, eine Einsicht über die Liebe als Geschenk mit. Danach wurden Gruppen gebildet, die zusätzlich Glückwünsche und Segen für das Liebespaar formulierten oder sangen.

Das Gelände (Das heutige Foto ist von dort) war auch wunderhübsch ausgewählt, das Wetter wie bestellt und das Catering köstlich.
So kann man die Liebe mit fremden Menschen feiern, und es intim und zugleich locker halten.

Das hat mir gefallen.

Mein Schatz findet sowieso, dass die Welt neue Rituale braucht, nachdem die Alten größtenteils zu bloßen Konsumaufforderungen degradiert worden sind, und nur darauf warten, von sinnerfüllterem Feiern abgelöst zu werden.
Ich finde, er hat Recht, und die Leiterin der Zeremonie war genau am richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

Schön war es – danke!

Der übergeordnete Sinn meines heutigen Beitrages kann so zusammengefasst werden:  Berührende Begegnungen können kuratiert und mit voller Absicht kreiert werden. Solche Dinge kann man auch im kleineren Rahmen, mit schon bekannten Menschen, oder eben mit Unbekannten veranstalten.

Allein die Fragenkombination aus „Wie geht es Dir gerade?“ und „Wovon träumst Du?“ kann eine solide Grundlage für ein herzerwärmendes und weiches Gespräch sein.

 

2 Antworten auf “Bei sich selbst stöbern”

  1. Ein wundervolles Erlebnis, auch ich liebe solche unkontienellen Feiern! Wir hatten damals- schon lange her- auch eine ungewöhnliche Hochzeit mit einem selbstgenähtem einfachen weißen Kleid, ( 15 DM , haha) den besten paar Freunden und lustigen Spielen. Das war 1970 und wir sind immer noch glücklich verheiratet.

    Lg A n g e l a

    Gefällt 1 Person

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