Meine Motivation zum Roman Rauschliebe

Heute will ich ein wenig über meine Motivation erzählen, das Buch Rauschliebe zu schreiben.
Ich hatte verschiedene Motivationen, das Buch zu schreiben, mitunter die eigene Co-Abhängigkeit zu verarbeiten und in meine eigene Schöpferkraft zu treten. Ich gebe zu – das Schreiben hat mich glücklich und frei gemacht.

Gleichzeitig hatte ich beim Schreiben immer auch die künftigen Lesenden im Sinn, damit sie aus dem Stoff Zuversicht und Hoffnung schöpfen können. Andere Co-Abhängige, andere suchtkranke Menschen, die sich genauso am eigenen Schopfe aus dem Schlammassel ziehen können.
Romanfiguren können uns beim Lesen ans Herz wachsen und Vorbilder werden.
Vorbilder haben auf uns Menschen eine grandiose Kraft: „Was die kann oder können, kann ich vielleicht auch!“

Während (und nach) meiner eigenen Co-Abhängigkeit habe ich unzählige Bücher zum Thema Co-Abhängigkeit gelesen.
Ein Buch wie mein eigenes habe ich damals vergeblich gesucht, schmerzlich vermisst und hätte es dringend gebraucht.

Das Dumme ist, es gibt bisher keine qualitativ hochwertigen Romane zum Thema Co-Abhängigkeit, die Hoffnung und Zuversicht vermitteln. Die Gründe dafür sind vielfältig, der schwerwiegendste ist meiner Meinung nach, dass es hierzulade und in unserer Zeit einfacher ist, sich als Ex-Alkie oder Ex-Drogist zu outen, als als ehemals Co-Abhängige Person. Die ehemaligen schämen sich für die eigene Geschichte, und diejenigen, die nicht so stark betroffen waren, schauen weiter auf die vermeintliche Hauptfigur – den Alkoholiker oder anderweitig suchtkranken Mensch. Es gibt auch Werke, die einem nach dem Lesen einfach deprimiert zurücklassen. Auch Fernsehdokus enden meist ohne Auflösung, bis auf Weiteres dem Abgrund entgegen.

Co-Abhängigen haftet der Ruch „selbst schuld“ noch viel klebriger an, als Alkoholiker*innen, von denen inzwischen vielerorts durchgesickert ist, dass sie an einer chronischen, voranschreitenden Erkrankung leiden, die oft tödlich endet. Co-Abhängige gelten nur als „charakterlich schwach“ „egomanisch“ und „manipulativ“. Über Co-Abhängige gibt es nur „Meinungen“ und einige gute, viele mittelmäßige und noch mehr wirklich schlechte Sachbücher. Und gleichzeitig gibt es Millionen Co-Abhängige Menschen, die schweigen, ihre eigene Geschichte verleugnen und verbiegen, sogar dann, wenn sie ihre Co-Abhängigkeit längst überwunden haben.

Selbst die besten Sachbücher erreichen die Betroffenen nur auf einem kognitiven Level.
In diesem rationalen Hirnareal (Neo-Cortex) werden keine Entscheidungen getroffen oder lebensentscheidende Handlungen getätigt (dazu muss das limbische System oder das R-System getriggert werden) und die Selbsterkenntnis aus einem Sachbuch oder einem intellektuellen Zugang bleibt oberflächlich und fragmentarisch.

Therapeuten, die diese Sachbücher lesen wollen, sind in der Unterzahl. Fassungslos musste ich feststellen, dass Sucht und Co-Abhängigkeit gerade unter Therapeut*innen und Ärzt*innen verborgene blind spots sind. Auch dafür gibt es wahrscheinlich verschiedene Ursachen, und als eine der Hauptursachen vermute ich die eigene Verstrickung zu Süchten, Helfersyndrom und mangelnde Aufklärung und Belehrung während des Sudiums.

Deshalb wäre es sagenhaft, wenn gerade einige unter den Therapeut*innen und Coaches in meiner Bloggerfamilie das Buch lesen und betroffenen Klient*innen weiter empfehlen würden.

Ein Roman hat ganz andere, tiefer gehende Möglichkeiten als ein Sachbuch.
Dieser hier erzählt einfach die Stationen einer Suchtgeschichte aus der Perspektive der liebenden Frau und verliert sich nicht in Interpretationen.
Diese können oder müssen von den Leser*innen selbst geleistet werden, sodass sie es selbst erkennen und vor allen Dingen fühlen können, „ja so ist das bei mir auch, und ich will da raus!“

Dieses Buch ist dazu designt, und den Bewertungen und Kommentaren zufolge, die ich zum Buch erhalten habe, bietet es genau das: die Selbstreflektion und die Verbindung mit der eigenen Co-Abhängigkeit, sodass neue Schlussfolgerungen und Handlungen möglich werden und somit die Befreiung in ein selbst-bestimmtes Leben.

Wer ein Rezensionsexemplar möchte, kann sich gerne bei mir melden.

4 Antworten auf “Meine Motivation zum Roman Rauschliebe”

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