Selbst-Sabotage überwinden

Nachdem es nun Abertausende von Selbsthilfe – Büchern, Ratgebern, Blogs, Videos, Chats, Psychotherapien, Coaches usw. gibt, erlaube ich mir die Frage, warum wir Menschen in Sachen Zufriedenheit und Glück so am Krückstock gehen.

Unglück, Unzufriedenheit, Süchte, Verwirrung usw. wählt ja keiner freiwillig, auch wenn uns das die verrückten Dichter der deutschen Romantik und die vollgekoksten Produzenten der amerikanischen Filmindustrie so verkaufen wollen.

Eine habituelle, in unseren Breitengraden anerkannte Erklärung ist, dass die Ursachen komplex sind, und dass es viele verschiedene Gründe für das Leiden gibt. Hilfsweise will ich das mal aufgreifen, um auf drei Teilaspekte dieses unübersichtlichen „Ursachenkomplexes“ einzugehen.

Angst und Scham und Schuld.

Drei machtvolle Instrumente, um jeglichen individuellen, kreativen Geist kleinzuhalten, oder gleich im Keim zu ersticken. Angst, Scham und Schuld haben schon ganze Armeen kreativer, aktivistischer Geister eingeschüchtert und zu verwirrten, schweigenden Mitläufern verkommen lassen.

Allen dreien ist gemeinsam, dass sie ihren destruktiven Einfluss sowohl aktiv als auch passiv ausüben.
„Die Anderen“ und gesellschaftliche Kodices machen zu Beginn erste kindlichen Schritte der Selbst-Ermächtigung zunichte. Eltern, Lehrer und Gefährten unterlassen Gesten und Worte der Unterstützung und Förderung, mitunter ebenfalls aus Angst, Scham und um Schuldzuweisungen zu vermeiden, mitunter völlig unbewusst.


Solche Wiederstände können einen jungen oder erwachsenen Menschen, der im Begriff zur Selbst-Emächtigung steht, zutiefst verstören.  Richtet sich der Mensch dennoch auf, um für seine Werte und seine individuelle Freiheit und Kreativität einzustehen, drohen nicht selten Liebesentzug, Enterbung, körperliche Bestrafung, Verstoßung aus Gemeinschaften. Sogar Haftstrafen, Verfolgung, Selbstmorde und Morde als Folge von Selbst-Ermächtigungs-Manövern sind allenthalben nachzulesen.

Um Sanktionen, die nicht sofort und immer Verstoßung und Haft bedeuten müssen, zu vermeiden, reden sich viele Menschen ihre Situation schön. „Der Spatz in der Hand…“ und „alles ganz ok soweit“ sind typische Ausdrücke solcher Selbst-Sabotage.

Also was tun?

Denk mal darüber nach…



Bedenke dabei, dass Sterbende nachweislich am meisten bedauern, etwas nicht getan zu haben, was sie sich zu Lebzeiten gewünscht hätten. Nummer eins der Antworten, lautet „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.“


Jetzt ist die Zeit, hier ist der Ort, endlich für Dich selbst und Deine kreative Stimme einzustehen!

 

 

 

 

6 Antworten auf “Selbst-Sabotage überwinden”

  1. Hi Karmen, wichtige Gedanken und ein schöner Schreibstil mit gelungen gehobener, dennoch nicht abgehobener Wortwahl.

    Am Begriff der Selbst-Sabotage möchte ich hier allerdings kurz einhaken. Er impliziert, dass wir (mehr oder weniger) absichtlich ein eigenes Unterfangen blockieren. Indes handelt es sich bei solchen Strukturen um Unternehmungen von Persönlichkeitsanteilen, die ihre (also auch ‚unsere‘) Interessen vertreten.

    Wenn jemand sich nicht dazu durchringt, seinen potentiellen Traumpartner endlich kennen zu lernen, dann schützt er sich dadurch wahrscheinlich vor antizipierter Ablehnung und Scham.

    Die Kunst besteht darin, diese widerstreitenden Interessen zu integrieren.

    Bin neugierig auf Deine Gedanken!

    Lion

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    1. Hallo lieber Lion,
      danke wieder mal für Deinen Zuspruch und dafür, dass Du Deine Gedanken mit mir und allen Lesern teilst!
      Die Aspekte, die Du beschriebst, sind weitere Teilaspekte dieses unübersichtlichen „Ursachenkomplexes“, oder Erklärmodelles.

      „Eine habituelle, in unseren Breitengraden anerkannte Erklärung ist, dass die Ursachen komplex sind, und dass es viele verschiedene Gründe für das Leiden gibt. Hilfsweise will ich das mal aufgreifen, um auf drei Teilaspekte dieses unübersichtlichen „Ursachenkomplexes“ einzugehen.“

      Die Frage ist doch – „ist das wirklich so komplex, oder eigentlich ganz einfach?“

      Ich bin der Meinung, es ist viel einfacher, als wir denken, glauben, uns einbilden, uns einreden.

      Die Ursache ist: Wir Menschen leben nicht in unserer göttlichen, spirituellen Kraft. Die Gründe DAFÜR sind eigentlich alle egal, wenn man sich die Tragweite dieses Satzes klarmacht. Deshalb wiederhole ich:

      Wir Menschen leben nicht in unserer göttlichen, spirituellen Kraft.
      Treten wir in unsere spirituelle Kraft, dann geht es niemals wieder um Scham, Angst, Schuld, Selbstschutz, oder sonstwas.

      Jetzt bin ich wieder gespannt, was Du sagst!
      Ganz liebe Grüße!

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  2. Liebe Karmen,

    schöne Worte, die ich nun einige Momente auf mich habe wirken lassen und gestehen muss – es wird mir hier beinahe zu abstrakt. Einerseits erntest Du in vielerlei Hinsicht meine Zustimmung. Große Anteile der Bevölkerung täten gut daran, sich auf eine gesunde Spiritualität zu besinnen und fändten dort Antworten auf manche Lebensfragen. Andererseits gibt es Menschen, die keinen Zugang zu Spiritualität und dergleichen haben und dennoch erreicht werden möchten. Das ist ja auch der Grund, warum es so viele von uns ‚Content-Produzenten‘ zu diesen Themen gibt – wir haben alle verschiedene Ansätze, teilweise verschiedene Begrifflichkeiten und verschiedene Zielgruppen.

    Was genau meinst Du mit ‚Ursachenkomplex’/’Erklärmodell‘?

    Abschließend würde ich sagen, dass das hier wahrscheinlich zu groß wird für eine WordPress Diskussion. Du bist ja auch in Berlin, vielleicht sehen wir uns mal bei einem Blogger-Treffen, diskutieren dort und schreiben dann einen Dialog-Artikel als kleine Kooperation, das wäre vielleicht interessant 🙂

    Nun noch ein angenehmes vorweihnachtliches Wochenende

    Lion

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    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar! Ja, das was ich schrieb, ist zu kurz und zu abstrakt. Ich fange mit dem Bloggen ja erst an, sodass diese Dinge alle auch noch an die Reihe kommen müssen und werden!! Yayyyy, ich freue mich schon darauf!

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