„Too much“ revisted

Neulich postete ich einen müden Beitrag von drei Sätzen.
Daraufhin bekam ich einige Nachfragen, ob bei mir alles ok sei.

Zunächst mal – ja, alles bestens.
Ich war einfach saumüde und geschafft und meine Augenlider waren schon nicht mehr auf Halbmast. Daneben wollte ich meine Veröffentlichungs-Statistik nicht durch einen Aussetzer zerstören, und so schrieb ich, wozu ich noch in der Lage war und klickte auf „Veröffentlichen“.
Es war zunächst nur ein Verlegenheits- und Statistik beschönigender Beitrag.

Vor einigen Monaten hatte ich einige Tage ausgesetzt, und in der Rückschau war es wider Erwarten nicht befreiend „aussetzen zu dürfen“, sondern eher ein Lernen, dass Aussetzen „doof“ ist, zumal es nach einem Aussetzer schwieriger ist, wieder ins Bloggen reinzukommen, als wenn man es täglich macht.
Beständigkeit und Volumen sind außerdem hohe Werte für mich. Durch Vielschreiben wird man besser im Schreiben. Jeder Text zählt und jeder Text ist Fundament für den nächsten Text. So ähnlich wie Klavierspielen, Zahnmedizin oder Sport. Jede Minute zählt.

UND-
Zählt der Text zwar nicht zu meinen Besten, hat er doch einige stille Leser eingeladen, privat mit mir in Kontakt zu treten. Auch das hat Qualität.

Das erinnert mich sehr an meine Coaching-Ausbildung, in der viel die Rede davon  war, „in die Welt zu treten, sich zu zeigen, aufzustehen“. Auf englisch „to show up, to stand up“. Wir Menschen haben allerlei Ängste, und wir wollen uns manchmal verstecken. Gerade wenn wir müde, schwach und ratlos sind, wollen wir lieber die Schotten dicht machen. Das ist eine ganz menschliche Reaktion und an besagtem Abend standen zwei Möglichkeiten in Konkurrenz: Abschotten oder Veröffentlichen?
Ich habe ich fürs Veröffentlichen entschieden, und einen Kompromiss in Qualität und Quantität in Kauf genommen. Im Nachhinein war es eine gute Entscheidung, da ich daraus etwas lernen konnte und weil ich mit meiner Müdigkeit in die Welt getreten bin: Eine müde, uninspirierte Karmen, die nix zu schreiben weiss, ist halt auch eine Realität.
Die hat sich an dem Abend ihren Ausdruck gesucht und gefunden.

Fazit: Durch beständiges Veröffentlichen übe ich, in die Welt zu treten.

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