Theater

Im Herbst 2018 habe ich eine Coaching-Ausbildung bei Creative Consciousness (CC) begonnen und möchte Euch von einem Phänomen berichten, das in der Ausbildung vorgestellt wurde.

Wir alle legen uns irgendwann bestimmte Verhaltensmuster zu, die als „Rollenspiele“ bezeichnet werden können. Durch diese Rollenspiele erhalten wir Aufmerksamkeit, Anerkennung oder sogar Liebe oder zumindest weniger Ärger und Ablehnung als ohne solch ein Rollenspiel.

Typische Rollen sind beispielsweise

Poor Me – Ich Arme/r
Everybodys Darling – Jedermanns Liebling
Rebel – Rebell/in
Special – Spezialfall

und noch einige mehr.

„Ich Armer“ ist von der Personal-Abteilung schon wieder zum Wochenenddienst abkommandiert worden, nachdem er letztes Wochenende Nachtdienst hatte. Das hält doch keine Beziehung aus, wie wir von der jüngst Verflossenen  erfahren durften. Und die Cousine hat Anfang der Woche einfach ihr Haustier abgegeben ohne zu fragen, weil sie ein paar Tage Wellness an der Ostsee macht.

Eine weit verbreitete Rolle ist „Everybodys Darling“. Wenn Du dieses Theater spielst, dann bist Du wahrscheinlich allseits beliebt und begehrt. Du bist attraktiv und dennoch bescheiden, hilfsbereit, zuverlässig, nahbar und menschlich. Wenn Dich aber auch nur eine Person doof findet, dann nützen die 100 nicht, die Dich lieben und feiern, nein – Du musst auch die 101e Person von Deiner Liebenswürdigkeit überzeugen.

Eine weitere auffällige Rolle ist der „Rebell“. Der Rebell ist grundsätzlich dagegen. Und wenn ausnahmsweise dafür ist, dann nur widerwillig, und auch nur dann, wenn alle anderen schon dagegen sind.

Der „Spezialfall“ würde würde auf jeden Fall vegan, glutenfrei, bio, aber ohne Zucker bestellen. Und die Sauce natürlich auf einem Extra-Teller, weil nur gedippt werden möchte. Das Restaurant ist ein Geheimtipp mit Codewort- das nur Mitglieder des inner circle erhalten.

Das sind jetzt ein paar Beispiele für Rollen, die Du spielst, und es gibt noch mehr typische Verhalten. Wir alle spielen Theater, weil wir uns dann in einer Rolle verstecken können, die wir kennen, und die uns schon oft Anerkennung, Aufmerksamkeit Respekt und Zuneigung gebracht hat. Neben den offensichtlichen Vorteilen, die wir erfahren, hat dieses Rollenspiel auch Nachteile:

wenn wir dieses Spiel spielen, dann sind wir nicht authentisch.

Denk mal darüber nach – welche Rolle nimmst Du ein, welches Theater spielst Du? Wenn Du in eine Gruppe mit Unbekannten kommst – bist Du dann der, der alle einschüchtert, oder ein „Playboy/Playgirl“, oder ein/e „Gastgeber/in“, der dafür sorgt, dass alle was zu trinken haben und sich wohl fühlen?

Deine typische „gelernte und eingeübte“ Rolle – was bringt sie Dir?
Und vor allem – was kostet sie Dich? Was kostet sie Deine Umgebung? Die ganze Welt?

 

 

 

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